Du bist DIY-Einsteiger, Nähneuling oder einfach gern selbst aktiv. Eine Schlafmaske selbst zu nähen klingt praktisch. Sie ist schnell gemacht. Und oft besser als Kaufware. Vielleicht brauchst du eine Maske für Reisen im Flugzeug oder im Zug. Vielleicht stört dich grelles Licht zu Hause. Oder du suchst ein Material für empfindliche Haut. Eine selbstgenähte Maske eignet sich auch gut als persönliches Geschenk.
Bei der Maskenwahl gibt es drei zentrale Herausforderungen. Passform muss sitzen, damit kein Licht eindringt. Materialwahl entscheidet über Allergien, Atmungsaktivität und Waschbarkeit. Komfort betrifft Polsterung, Nasenbereich und Riemen. Wer das nicht beachtet, hat am Ende eine Maske, die drückt oder Licht durchlässt.
In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eine Schlafmaske nähen kannst. Du lernst, wie du die richtige Größe ermittelst. Du erfährst, welches Material sich für empfindliche Haut eignet. Du bekommst einfache Schnittmuster, Nähanleitungen und Tipps für Anpassungen. Am Ende kannst du eine bequeme, lichtdichte und waschbare Maske herstellen, die zu deinen Bedürfnissen passt. Los geht es mit den Basics zu Material und Schnitt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Schlafmaske nähen
- Materialien und Werkzeuge bereitlegen
Stell alle Teile zusammen. Du brauchst Außenstoff, Futterstoff und optional Polsterung oder Memory-Foam. Nimm eine passende Nadel für dein Material. Für Baumwolle passt Nadel 70/10. Für Jersey nimm eine Jersey- oder Kugelspitznadel 75/11. Für Seide ist eine Microtex 70 gut. Als Garn eignet sich Polyester- oder Baumwoll-Polyester-Garn. Lege Schere, Lineal, Stecknadeln oder Stoffklammern, Schneiderkreide oder Markierstift und ein Bügeleisen bereit. - Schnittmuster anfertigen
Zeichne ein einfaches Schnittmuster auf Papier. Für Erwachsene sind etwa 20 cm Breite und 9 cm Höhe ein guter Richtwert. Für Kinder reduzierst du auf 16 cm x 8 cm. Zeichne eine ovale Form mit leicht geschwungener Oberkante für die Nase. Markiere eine Nahtzugabe von 0,7 cm bis 1 cm. - Stoff zuschneiden
Lege Außenstoff und Futter doppelt. Übertrage das Muster und schneide zu. Schneide die Polsterung einlagig, wenn du Memory-Foam verwendest. Warnung: Bei sehr rutschigen Stoffen wie Seide leg eine Lage Gewebe als Unterlage. Verwende bei feinen Stoffen Stoffklammern statt Stecknadeln, damit keine Löcher entstehen. - Polsterung vorbereiten
Schneide eine Lage Vlieseline, dünnes Volumenvlies oder Memory-Foam zu. Vlieseline H250 ist für leichte Polsterung geeignet. Memory-Foam macht die Maske formstabil. Bei Foam empfehle ich eine Dicke von 3 bis 5 mm. Achtung: Foam lässt sich nicht mit offenem Feuer oder sehr heißem Bügeleisen behandeln. Nutze niedrige Temperatur und ein Tuch dazwischen. - Lagen zusammensetzen
Lege Außenstoff rechts auf rechts mit der Polsterung dazwischen. Darauf kommt das Futter rechts auf außen. Fixiere die Kanten mit Stecknadeln oder Stoffklammern. Achte darauf, eine Wendeöffnung von etwa 4 cm an einer Seite freizulassen. Tipp: Wenn du eine stabile Kante möchtest, markiere die Stichlinie mit einem Abstandslinial. - Rundherum nähen
Nähe mit der Nähmaschine oder per Hand entlang der Nahtlinie. Stichlänge 2,5 mm. Beginne 1 cm vor der Wendeöffnung und sichere den Anfang mit Vor- und Zurücknähten. Nähe rundherum und sichere das Ende. Bei Handnähen verwende den Rückstich. Für Nähanfänger ist eine Nahtzugabe von 1 cm einfacher. - Einstechen, Ecken und Ausschnitte schneiden
Schneide die Nahtzugabe an den Rundungen leicht ein, um ein sauberes Wenden zu ermöglichen. Nicht in die Naht schneiden. Bei Memory-Foam ritze vorsichtig die Kante ein, statt tief zu schneiden. Bei feinen Stoffen kleine Schlitze setzen. Vorsicht bei spitzen Scheren in der Nähe des Foam. - Wenden und bügeln
Wende die Maske durch die Öffnung. Forme die Kanten mit einem stumpfen Werkzeug, zum Beispiel einem stumpfen Ende eines Essstäbchens. Bügle die Maske bei passender Temperatur. Nutze für Seide niedrige Temperatur. Schaumstoff nicht direkt bügeln. - Kante absteppen
Schließe die Wendeöffnung mit einem Matratzen- oder Blindstich per Hand. Alternativ kannst du die Öffnung knappkantig absteppen, während du die Kante mit der Maschine fixierst. Ein schmales Topstitching von 2 bis 3 mm sorgt für Halt und ein professionelles Finish. - Riemen oder Gummiband anbringen
Miss die benötigte Länge. Für einen Kopfriemen sind 34 bis 38 cm üblich. Für Ohrschlaufen je 18 bis 20 cm. Falte das Band und nähe die Enden sicher an die Seiten der Maske. Verstärke die Naht mit einem Rechteck oder Kreuzstich. Tipp: Verwende elastisches Gummiband für besseren Sitz. Für hochwertigen Look kannst du ein Satinband wählen. - Nasenbügel und Anpassungen
Willst du Licht an der Nase reduzieren, nähe eine kleine Mittelnaht oder forme einen leichten Tunnel für einen dünnen, herausnehmbaren Draht. Verwende feines Basteldraht oder einen konventionellen Nasendraht aus einer alten Maske. Achte darauf, den Draht zum Waschen entfernen zu können. - Handnähen statt Maschine
Du kannst alle Nähte von Hand nähen. Verwende eine scharfe Nadel Nr. 9 oder 10. Stichlänge 2 bis 3 mm. Nutze Rückstiche an Belastungspunkten. Handnähen eignet sich gut für Seide und feine Anpassungen. - Pflege und Waschhinweise
Baumwolle und Jersey sind maschinenwaschbar bei 30 bis 40 Grad. Seide nur Handwäsche kalt. Memory-Foam am besten nicht in die Maschine. Entferne Foam vor dem Waschen oder reinige punktuell. Lasse die Maske lufttrocknen.
Zutaten und Materialien
Für dein Projekt brauchst du wenige Teile. Die Mengen reichen für eine Maske in Erwachsenengröße.
- 30 x 10 cm Außenstoff, z. B. Baumwolle. Baumwolle ist atmungsaktiv und leicht zu nähen.
- 30 x 10 cm Futterstoff, z. B. Seide oder feiner Baumwoll-Jersey. Seide schont empfindliche Haut.
- 20 x 8 cm Volumenvlies H250 oder dünner Memory-Foam. Foam gibt mehr Form und Druckentlastung.
- 20 x 8 cm Vlieseline H180 oder H250 für Formstabilität, je nach gewünschter Steifheit.
- 35 cm elastisches Gummiband oder Satinband. Elastik sorgt für guten Sitz ohne Druck.
- 1 Rolle Nähgarn, Polyester oder Mischgarn passend zur Stofffarbe.
- 1 Stück Nähnadel Nadel 70/10 für Baumwolle oder Jersey-Nadel 75/11 für dehnbare Stoffe.
- 10 Stück Stecknadeln oder Stoffklammern, bei Seide bevorzugt Klammern.
- 1 Stück Schneiderkreide oder waschbarer Markierstift zum Übertragen des Schnitts.
Checkliste vor dem Materialkauf
- Wähle den Stofftyp bewusst. Baumwolle ist leicht zu verarbeiten. Seide ist sanft zur Haut und reduziert Reibung. Jersey passt, wenn du eine dehnbare Maske willst.
- Prüfe die Lichtundurchlässigkeit. Plane eine innere Lage aus dichtem Stoff oder Volumenvlies ein. Memory-Foam bietet extra Blockierung, ist aber dicker und weniger atmungsaktiv.
- Messe Kopf- und Augenbereich genau. Miss von Schläfe zu Schläfe und die Höhe über der Nase. Notiere die Maße, bevor du Zuschnittmuster erstellst.
- Entscheide über Polsterung und Dicke. Für Komfort reicht meist 3 bis 5 mm Foam oder ein dünnes Volumenvlies. Bei starker Polsterung erhöhe die Nahtzugabe.
- Wähle das passende Befestigungsband. Elastisches Gummiband bietet guten Sitz; Satinband sieht edel aus. Für Erwachsene sind 34–38 cm üblich.
- Kontrolliere Nähzubehör und Werkzeuge. Für Baumwolle nimm Nadel 70/10. Für Jersey benötigst du eine Jersey- oder Kugelspitznadel 75/11. Achte auf passendes Garn und scharfe Scheren.
- Beachte Pflegehinweise vor dem Kauf. Seide braucht Handwäsche. Foam sollte herausnehmbar sein oder nicht in die Maschine. Überlege, wie du die Maske später reinigen willst.
Häufige Fragen
Welcher Stoff eignet sich am besten?
Für Einsteiger ist Baumwolle empfehlenswert. Sie lässt sich leicht schneiden und nähen. Seide ist sanfter zur Haut und reduziert Reibung, sie braucht aber schonende Pflege. Jersey eignet sich, wenn du eine dehnbare, anschmiegsame Maske willst.
Welche Polsterung soll ich verwenden?
Ein dünnes Volumenvlies bietet guten Kompromiss aus Form und Atmungsaktivität. Memory-Foam gibt mehr Druckentlastung und Abdunkelung, ist aber dicker und schwerer zu waschen. Wähle 3 bis 5 mm Dicke für angenehmen Sitz. Achte darauf, Foam herausnehmbar zu machen, wenn du die Maske reinigen willst.
Wie passe ich die Größe an?
Miss von Schläfe zu Schläfe und die Höhe über der Nase. Addiere jeweils 1 cm bis 1,5 cm Nahtzugabe. Schneide ein Probemodell aus Papier oder günstiger Baumwolle und teste den Sitz. So kannst du Form und Abstand zur Nase einfach anpassen.
Wie pflege ich die selbstgenähte Maske?
Baumwolle und Jersey sind meist bei 30 bis 40 Grad maschinenwaschbar. Seide nur kalt per Handwäsche und schonendem Waschmittel reinigen. Entferne Memory-Foam vor dem Waschen oder reinige es punktuell. Lasse die Maske an der Luft trocknen und vermeide starkes Schleudern.
Wie hoch sind die Kosten für das Projekt?
Wenn du Reste verwendest, kostet eine Maske kaum etwas. Materialkauf kostet typischerweise zwischen 5 und 15 Euro für Baumwollstoff, Vlies und Gummiband. Für Seide und Memory-Foam kannst du eher 15 bis 30 Euro einplanen. Werkzeuge wie Schere und Nähmaschine sind einmalige Anschaffungen, falls du sie noch nicht hast.
Pflege und Wartung
Regelmäßiges Waschen
Wasche Baumwolle und Jersey bei 30 bis 40 Grad im Schonprogramm. Nutze ein Wäschenetz, um Gummi und Kanten zu schonen. Vermeide Bleichmittel und Weichspüler, sie reduzieren die Atmungsaktivität.
Seide schonend reinigen
Seide nur per Hand in kaltem Wasser mit einem milden Feinwaschmittel reinigen. Drücke Wasser vorsichtig aus, aber wringe den Stoff nicht. Lege die Maske zum Trocknen flach auf ein Handtuch und schone so die Fasern.
Memory-Foam separat pflegen
Entferne Memory-Foam vor dem Waschen der Stoffhülle, wenn möglich. Reinige Foam punktuell mit einem feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel. Lass Foam an der Luft trocknen und setze es nicht direkter Hitze aus.
Trocknen und Formen
Trockne die Maske flach und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Forme Kanten und Nasenpartie, solange der Stoff noch leicht feucht ist, damit sie die richtige Passform behalten. Bügle Baumwolle bei passender Temperatur, lege ein Tuch über Seide und bügle sehr vorsichtig.
Lagerung und Inspektion
Bewahre die Maske flach oder leicht aufgehängt auf, damit das Gummiband nicht schrumpft. Kontrolliere regelmäßig Nähte und Gummi auf Verschleiß und tausche Teile bei Bedarf. Wasche die Maske in häufig genutzten Fällen alle ein bis zwei Wochen, sonst je nach Nutzung.
Zeit- und Kostenaufwand
Zeitaufwand
Vorbereitung und Materialauswahl dauern meist 10 bis 30 Minuten. Wenn du Stoff vorwäschst, rechne zusätzlich 20–30 Minuten inkl. Trocknen, je nach Methode. Zuschneiden und Markieren nehmen rund 10–20 Minuten in Anspruch. Nähen eines einfachen Modells an der Maschine dauert etwa 20–40 Minuten. Ein gepolstertes Modell mit Volumenvlies oder Memory-Foam braucht extra Zeit für Einlage und exaktere Verarbeitung, 40–70 Minuten insgesamt. Handnähen verlängert die Zeit deutlich. Rechne dann für ein einfaches Modell 45–90 Minuten. Fertigstellungsarbeiten wie Kantenabsteppen, Anbringen des Gummis und finale Anpassung nehmen noch mal 10–20 Minuten in Anspruch.
Kostenaufwand
Die Preise variieren stark nach Materialwahl und Bezugsquelle. Für ein einfaches Baumwollmodell mit Vlieslein und Gummiband zahlst du typischerweise 5–15 €, wenn du Stoff neu kaufst. Nutzt du Stoffreste, sinken die Kosten auf 0–5 €. Ein Modell mit Seide und Memory-Foam liegt eher bei 15–35 €, weil Seide teurer ist und Foam aufwändiger. Einzelne Komponenten kosten etwa: Baumwollstoff 5–10 €/m, Seide 15–30 €/m, Volumenvlies 3–6 €, Memory-Foam kleine Zuschnitte 5–12 €, Gummiband 1–3 €, Garn 1–3 €. Werkzeuge wie Schere und Nähmaschine sind einmalige Anschaffungen. Wenn du sie schon hast, entfallen diese Kosten.
Fehler finden und beheben
Kleine Probleme lassen sich meist schnell beheben. Die Tabelle zeigt typische Fehler, mögliche Ursachen und klare Lösungen. Probiere die Tipps zuerst an Stoffresten aus.
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
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Ungleichmäßige Nähte |
Fadenspannung passt nicht oder Nadel ist stumpf. Stichlänge oder Nähgeschwindigkeit sind falsch eingestellt. | Fadenspannung neu einstellen und eine scharfe Nadel einlegen. Auf einem Reststoff testen und Stichlänge anpassen. |
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Falsche Passform |
Maße wurden nicht korrekt genommen oder Nahtzugaben fehlen. Gummiband ist zu kurz oder an falscher Stelle angebracht. | Schläfe zu Schläfe messen und ein Papier-Probe-Schnittmuster anfertigen. Gummilänge testen und bei Bedarf stufenweise anpassen. |
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Polsterung zeichnet sich durch |
Vlies zu dünn oder an den Kanten nicht richtig eingelegt. Memory-Foam liegt zu nahe an der Außenkante. | Dichteres Volumenvlies verwenden oder eine zusätzliche Stofflage einbauen. Foam versenken und Kanten sauber einkerben, nicht einschneiden. |
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Gummiband drückt oder rutscht |
Falsche Länge oder ungeeignete Bandbreite. Band nicht sicher befestigt. | Gummilänge anprobieren und ggf. 1–2 cm verlängern. Bandenden mit einem Rechteck oder Kreuzstich verstärken. |
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Stoff zieht Falten beim Nähen |
Rutschiger Stoff wie Seide oder zu hoher Nähfußdruck. Falsche Nadel verwendet. | Einlage oder Seidenpapier unterlegen. Jersey-Nadel für dehnbare Stoffe, Microtex für feine Stoffe nutzen. Presserfußdruck reduzieren oder Walking Foot einsetzen. |
Teste Änderungen stets an Reststoff. So vermeidest du Fehler am finalen Stück.
